Stadionverbote als Lösung gegen Gewalt?

Viele haben schon davon gehört, manch einer kennt vielleicht sogar Betroffene. Stadionverbote werden in Deutschland leider viel zu häufig vergeben, oftmals aufgrund von Lapalien. Sicher ist es richtig, sogenannte Fans auszusperren, die bereit sind, sich für ihren Verein zu prügeln, beziehungsweise dabei erwischt werden. Genauso gerechtfertigt sind Stadionverbote, wenn Pyrotechnik zum Einsatz kommt und somit viele andere Besucher von Fußballspielen gefährdet werden. Aber sind das wirklich die Fälle, in denen die meisten Stadionverbote ausgesprochen werden? Leider nicht. Es gibt genug Geshichten, die davon berichten, dass Fans aufgrund ihrer Kleidung, aufgrund der Nutzung eines anderen als dem direkten Weg zum Stadion, oder gar wegen Aufklebens eines Aufklebers auf Toiletten in Fußballstadien zu Stadionverboten „verknackt“ werden. Ist das sinnvoll? Es passiert doch Wochenende für Wochenende wesentlich mehr und wesentlich schlimmeres rund um Diskotheken. Dort wird dann auch nicht zu selten von körperlicher Gewalt Gebrauch gemacht. Diese Straftaten werden in der Öffentlichkeit allerdings nicht so breitgetreten, wie das Auftreten vereinzelter Fußballfans. Aber zurück zu Stadionverboten. Diese treffen zumeist Leute, die es zu einem Teil ihres Lebens gemacht haben, ihren Verein in den Stadien des Landes zu unterstützen. Flattert allerdings der Brief von der Staatsanwaltschaft in den Briefkasten, so ist damit erstmal Schluss. Zeiträume von einem bis zu drei Jahren sind keine Seltenheit. Für diesen Zeitraum ist den Fans das Betreten der Fußballstadien in ganz Deutschland untersagt, zusätzlich müssen Betroffene bei Länderspielen der Nationalmannschaft zuhause sein. Aber bringen diese Verbote überhaupt etwas? Die wenigsten nehemn ein ausgesprochenes Stadionverbot zum Anlass ihr Leben in andere Bahnen zu lenken, sie bleiben Fußballfans. Nur, dass sie ihre Leidenschaft nicht mehr offen ausleben dürfen. So ist es keine Seltenheit, dass sich sogenannte Stadionverbotler andere Wege suchen, ihrem Verein beizustehen. Sie hören aber nicht auf sich für Fußball zu interessieren. Ihnen fehlt die „Kurve“, sie fühlen sich ausgesperrt. Viele ihrer Freunde, die sie vielleicht sogar über ihr Hobby Fußball kennengelernt haben, besuchen weiterhin die Spiele des Vereins und vermissen dabei aber die Stadionverbotler, die – wie schon erwähnt – nicht selten wegen Lapalien draußen bleiben müssen. Und so entsteht sowohl im als auch außerhalb des Stadions eine Frustration über die Entscheidungen, die getroffen wurden, oft sind sie eben nicht nachzuvollziehen. Das mag auch der Grund sein, warum viele Fangruppen verschiedenster Vereine sogar extra Fangruppierungen ins Leben gerufen haben, die offenkundig ihre ausgesperrten Freunde vermissen und sich auf Transparenten oder Fahnen solidarisch mit den Stadionverbotlern zeigen.

So ensteht also im und außerhalb des Stadions Unmut über Stadionverbote, was die Gemüter sicherlich alles andere als beruhigt. Aber ist das das Ziel? Oder gar eine Lösung für die geschilderten Probleme mit Fans? Nein! Meiner Meinug nach sollten Stadionverbote in den eingangs beschriebenen Fällen durchaus verteilt werden, also wenn Gefahr für andere Menschen geschaffen oder erhöht wurde. Allerdings nicht wegen eines Aufklebers, der Kleidung oder der Route zum Stadion!

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